Nicht alles in Dresden ist Barock. Auch die barocke Frauenkirche hatte einen „Vorgänger“, die Marienkirche „Zu unserer lieben Frauen“, erstmals urkundlich 1366 erwähnt. Die Idee zur neuen Frauenkirche entsprang einem ganz einfachen Problem: die alte Kirche wurde zu klein, die Stadt Dresden war über ihre mittelalterlichen Grenzen hinausgewachsen. Im Jahr 1722 begann George Bähr mit den Planungen für einen Neubau, 1726 wurde der Grundstein gelegt, bereits 1734 konnte die Frauenkirche geweiht werden. Nur war 1734 ausschließlich der Innenraum fertig gebaut. Wichtige „Ingredienzien“ fehlten: weder die „Steinerne Glocke“ nach den Plänen George Bährs
noch die Silbermannorgel und der prächtige Altar waren vollendet.
Heute hieße es, da stand eine Investmentruine. Schon damals waren bautechnische und finanzielle Streitereien an der politischen und zwischenmenschlichen Tagesordnung. Der mächtige Befürworter der Bauideen Bährs, Kurfürst und König August der Starke, starb 1733. Das Sterbejahr Bährs 1738 - schließlich beweist: beide haben die Vollendung der steinernen Kuppel nicht erlebt. Denn erst 1743 ergänzte die Frauenkirche vollständig die Dresdner Silhouette um eine markante Erscheinung.